Meistertreff

Handwerker-Gehaltsrechner 2026

Brutto und Netto für alle Gewerke — SHK, Elektro, KFZ, Bau, Tischler, Dachdecker, Metall, Maler & GaLaBau. Vom Gesellen bis zum Meister, mit Erfahrungsstufe, Steuerklasse und Sozialabgaben. Kostenlos, ohne Anmeldung.

Ihre Angaben

Brutto / Monat

3.550 €

Handwerk/Innung · Geselle (erfahren) · 42.600 €/Jahr

Netto / Monat (ca.)

2.125 €

Steuerklasse 1

Lohnsteuer (Stkl. 1)−596 €
Rentenversicherung−330 €
Arbeitslosenversicherung−46 €
Krankenversicherung−304 €
Pflegeversicherung−149 €
Abzüge gesamt1.425 €

Schätzung nach Tarif-Tabelle + vereinfachter Lohnsteuer 2026. Brutto exakt (bzw. Bandmittelwert), Netto typ. ±2–5 %. Zuschläge (Bereitschaft, Schicht, Nacht) und Zulagen sind nicht enthalten.

Datengrundlage: Innungs- & BRTV-Handwerkstarife 2026 (Markt-Bänder je Gewerk, Angestellte) · Lohnsteuer & Sozialabgaben 2026. Gepflegt von Mission Personal GmbH.

Handwerk-Gehalt: Lohngruppen, Zulagen und Karrieresprünge

BRTV-Lohngruppen verstehen: warum die richtige Einstufung im Bau über Hunderte Euro entscheidet

Die richtige Einstufung entscheidet im Bauhauptgewerbe über Hunderte Euro im Monat. Anders als bei einem Innungstarif im Elektro- oder SHK-Handwerk richtet sich der Maurerlohn nach dem BRTV, dem Bundesrahmen-Tarifvertrag Bauhauptgewerbe, der sechs Lohngruppen kennt. Lohngruppe 1 ist der ungelernte Bauhelfer zum Mindestlohn Bau von 16,50 Euro pro Stunde, was etwa 2.860 Euro brutto im Monat entspricht. Ab Lohngruppe 2 (Fachwerker, 18,15 Euro) steigt es über Lohngruppe 3 (Werker mit Erfahrung, 19,70 Euro) bis zur Lohngruppe 4, dem ausgebildeten Gesellen mit 21,80 Euro und damit rund 3.780 Euro im Monat. Spezialfacharbeiter in Lohngruppe 5 erreichen 23,15 Euro, Vorarbeiter in Lohngruppe 6 etwa 4.220 Euro. Der entscheidende Punkt, an dem viele scheitern: Die Einstufung erfolgt nach Ausbildung und tatsächlicher Tätigkeit, nicht nach Berufsjahren. Wer als gelernter Maurer dauerhaft anspruchsvolle Facharbeit leistet, hat Anspruch auf Lohngruppe 4 oder 5, auch wenn der Betrieb ihn aus Kostengründen in einer niedrigeren Gruppe führt. Ein Blick auf die im eigenen Lohnzettel ausgewiesene Lohngruppe lohnt sich deshalb vor jeder Gehaltsverhandlung.

Branchenmindestlohn und Ost-West-Gefälle: zwei teure Tarif-Irrtümer

Im Handwerk gibt es keinen einheitlichen Mindestlohn, sondern mehrere branchenspezifische Untergrenzen, die deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn von 12,82 Euro liegen. Im Bauhauptgewerbe sind es 16,50 Euro pro Stunde, im Maler- und Lackiererhandwerk 15,55 Euro und im Garten- und Landschaftsbau ebenfalls 15,55 Euro im Westen, im Osten 14,80 Euro. Diese Branchenmindestlöhne sind allgemeinverbindlich und gelten auch für Betriebe, die keinem Tarifvertrag beigetreten sind, ein häufig unterschätzter Schutz gerade für Helfer und Quereinsteiger. Ein zweiter weit verbreiteter Irrtum betrifft das Ost-West-Gefälle. Im Bauhauptgewerbe liegt der BRTV-Ost noch rund zehn Prozent unter dem West-Niveau, ein Maurergeselle in Sachsen verdient also eher 3.400 bis 3.620 Euro statt 3.780 bis 4.020 Euro wie im Westen. Berlin zählt dabei vollständig zum West-Tarif, was viele nicht wissen. Bei den regionalen Innungstarifen im Handwerk ist die regionale Spreizung in der Regel kleiner und liegt oft bei fünf bis zehn Prozent, dafür ist die Marktabweichung nach oben größer.

Was das Tabellengehalt nicht zeigt: Zulagen, die im Bau und in der Backstube den Unterschied machen

Das Tabellengehalt ist im Handwerk fast nie das, was am Monatsende ankommt, weil Zulagen und Zuschläge in mehreren Gewerken zweistellig zum Grundlohn beitragen. Im Bauhauptgewerbe kommen zum BRTV-Lohn das dreizehnte Monatsgehalt und das Urlaubsgeld über die SOKA-Bau hinzu, dazu Schmutz- und Erschwerniszulagen von 0,40 bis 1,50 Euro pro Stunde, Höhenzulagen von 0,50 bis 2,00 Euro und Auslöse von 24 bis 45 Euro pro Tag bei Auswärtseinsätzen. In Summe ergibt das schnell 15 bis 25 Prozent über dem Grundlohn. Beim Dachdecker ist die Höhenzulage am ausgeprägtesten: Sie greift ab sieben Metern und ist gestaffelt bis 2,50 Euro pro Stunde, was bei durchschnittlicher Höhenarbeit 120 bis 400 Euro im Monat ausmacht. Im Bäckerhandwerk verschieben Nacht-, Sonntags- und Feiertagszuschläge das Bild komplett, der Nachtzuschlag von 25 Prozent zwischen 22 und 6 Uhr ist hier Normalfall, nicht Ausnahme. Wer Stellenangebote vergleicht, sollte deshalb nie nur auf das Grundgehalt schauen, sondern das Zulagensystem des jeweiligen Tarifs mitrechnen.

Spezialisierung in Euro: was ein Zertifikat im SHK-, Elektro- und Metallhandwerk wirklich bringt

Spezialisierung ist im Handwerk der schnellste Hebel, das eigene Gehalt über das Stufenband zu heben, und sie ist messbar bezahlt. Im SHK-Handwerk bringt ein Wärmepumpen-Zertifikat eines Herstellers wie Viessmann oder Vaillant 150 bis 300 Euro mehr im Monat und öffnet den Zugang zu BAFA-geförderten Aufträgen. Im Elektrohandwerk zahlt eine KNX-Smart-Home-Zertifizierung 200 bis 400 Euro Aufschlag, eine Wallbox- oder PV-Spezialisierung 150 bis 300 Euro. Im Metallbau ist der Effekt am deutlichsten: Gültige Schweisserscheine nach EN ISO 9606 (MAG, WIG, E-Hand) bringen 200 bis 500 Euro monatlich, in Spezialnischen wie Edelstahl oder Rohrleitungsbau bis 700 Euro. Der Schein kostet beim TÜV oder DVS rund 800 bis 1.500 Euro, ist zwei Jahre gültig und wird von vielen Betrieben bei Einstellung finanziert. Bei KFZ-Mechatronikern ist der Hochvolt-Schein nach DGUV Information 200-005 mittlerweile Quasi-Pflicht und bringt 100 bis 300 Euro extra. Wer rechnet, sieht: Ein einziges Zertifikat amortisiert sich oft innerhalb weniger Monate und verschiebt die Position im Gehaltsband dauerhaft nach oben.

Die großen Karrieresprünge: vom Gesellen zum Polier und zum Meister

Die wirklich großen Sprünge im Handwerk liegen nicht im Stufenband, sondern an den Schwellen zwischen den Rollen. Beim Maurer ist der Weg vom Gesellen in Lohngruppe 4 mit rund 3.780 Euro über den Vorarbeiter in Lohngruppe 6 mit etwa 4.220 Euro zum geprüften Werkpolier mit 4.500 bis 5.500 Euro besonders attraktiv, weil der Polier-Lehrgang kürzer ist als die Meisterausbildung und der Lohnsprung vom Vorarbeiter zum Werkpolier trotzdem 300 bis 600 Euro beträgt. Im SHK-Handwerk hebt der Schritt vom erfahrenen Gesellen mit 3.300 bis 3.800 Euro zum angestellten Meister mit 4.500 bis 6.000 Euro das Gehalt um 800 bis 2.000 Euro. Gewerkübergreifend bringt der Meisterbrief im Angestelltenverhältnis typischerweise 800 bis 2.000 Euro mehr als die Gesellentätigkeit. Finanziell entscheidend ist dabei die Förderung: Das Aufstiegs-BAföG übernimmt bis zu 15.000 Euro Lehrgangskosten, davon 50 Prozent als Zuschuss, und erlässt bei bestandener Prüfung weitere 50 Prozent des Darlehens. Hinzu kommt der einmalige Meister-Bonus der Länder, etwa 3.000 Euro in Bayern, 2.500 Euro in NRW und 2.000 Euro in Baden-Württemberg.

Gehaltsverhandlung im Mangelgewerk: warum der Markt fast immer über dem Tarif liegt

Im Handwerk wird der Markt selten vom Tarif bestimmt, sondern vom Fachkräftemangel, und das verschiebt die Verhandlungsmacht klar auf die Seite der Bewerber. In den Mangelgewerken zahlen viele Betriebe deutlich über Tarif, um Personal zu binden: im SHK- und Dachdeckerhandwerk häufig zehn bis fünfzehn Prozent, im Elektrohandwerk sogar fünfzehn bis zwanzig Prozent. Wechselprämien liegen je nach Gewerk zwischen 2.000 und 6.000 Euro und sind in Ballungsräumen üblich. Wer eine gefragte Doppelqualifikation mitbringt, etwa Wärmepumpe plus Photovoltaik im SHK-Bereich oder Verbrenner plus Hochvolt im KFZ-Gewerbe, kann praktisch jeden marktüblichen Lohn aufrufen. Eine Besonderheit gibt es beim Metallbau: Wer in der Metall- und Elektroindustrie nach IG-Metall-Tarif arbeitet, verdient als Facharbeiter mit 3.400 bis 4.200 Euro oft 200 bis 400 Euro mehr als im klassischen Metallbauer-Handwerk und bekommt zusätzlich eine 35-Stunden-Woche. Für die Verhandlung heißt das konkret: die eigene Lohngruppe oder Innungsstufe kennen, die marktübliche Abweichung nach oben benennen, ein vorhandenes Zertifikat in Euro beziffern und bei einem Wechsel die Prämie aktiv ansprechen, statt sie als gegeben hinzunehmen.

Zulagen & Zuschläge (zusätzlich zum Grundgehalt)

Der Rechner zeigt das reine Grundgehalt. Im Handwerk machen Zulagen oft den Unterschied — besonders bei Notdienst, Montage und Spezialisierung:

Notdienst-Bereitschaft150–400 €/Woche
Montage-Auslöse (>50 km)24–45 €/Tag, steuerfrei
Wärmepumpen-/PV-Zertifikat150–300 €/Monat
Schmutz- & Höhenzulage0,30–1,20 €/Std.
Nacht-/Sonntagszuschlag15–50 %, teils steuerfrei
13. Monatsgehalt / Urlaubsgeldtariflich (SOKA-Bau)

Häufige Fragen zum Handwerker-Gehalt

Wie genau ist der Handwerker-Gehaltsrechner?

Die Brutto-Bänder stammen aus den recherchierten Innungs- und BRTV-Tarifen 2026 je Gewerk und Karrierestufe. Mit dem Regler platzieren Sie sich innerhalb des Bandes (Einsteiger unten, erfahren oben). Die Netto-Schätzung folgt einer vereinfachten Lohnsteuer-Formel nach BMF-Tarif und liegt typischerweise ±2–5 % am tatsächlichen Auszahlungsbetrag — abhängig von Krankenkassen-Zusatzbeitrag, Freibeträgen und vermögenswirksamen Leistungen.

Warum wird im Handwerk in Spannen statt festen Stufen gerechnet?

Anders als im öffentlichen Dienst (TVöD) gibt es im Handwerk keine bundesweit einheitliche Tariftabelle. Bezahlt wird nach regionalen Innungstarifen, Haustarifen und Marktlage — oft 10–15 % über Tarif, um Fachkräfte zu binden. Deshalb zeigt der Rechner pro Stufe ein realistisches Gehaltsband statt einer einzelnen Zahl.

Sind Zulagen und Zuschläge im berechneten Gehalt enthalten?

Nein. Der Rechner zeigt das Grundgehalt. Notdienst-Bereitschaft, Montage-Auslöse, Schmutz- und Höhenzulagen sowie Wochenend-/Nachtzuschläge kommen erheblich obendrauf — im SHK- und Elektrohandwerk realistisch 150–400 € pro Monat, bei Außendienst-Servicetechnikern mehr.

Was verdient ein Geselle, was ein Meister?

Je nach Gewerk verdient ein Geselle zum Berufseinstieg rund 2.500–3.600 € brutto, mit Erfahrung 3.300–4.300 €. Ein angestellter Meister liegt bei 3.800–7.500 € — Bau (Polier/Bauleiter) und SHK (Wärmepumpe) am oberen Rand. Selbstständige Meister mit eigenem Betrieb sind hier bewusst nicht abgebildet, da für sie eine andere Besteuerung gilt.

Warum unterscheidet sich das Netto je Bundesland?

Die Brutto-Bänder sind bundesweit ähnlich (regionale Innungstarife schwanken leicht). Beim Netto wirkt vor allem die Kirchensteuer: 8 % in Bayern und Baden-Württemberg, 9 % in allen anderen Ländern. Steuerklasse und Kinderfreibeträge haben den größten Effekt.

Lohnt sich die Meisterprüfung finanziell?

Ja. Der Sprung vom erfahrenen Gesellen zum angestellten Meister bringt typischerweise 800–1.500 € mehr brutto im Monat, plus deutlich bessere Verhandlungsposition. In Mangelgewerken (SHK, Elektro, Dachdecker) sind Meister praktisch unbesetzbar nachgefragt — Wechselprämien bis 5.000 € sind in Ballungsräumen üblich.

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