
Dachdecker decken Dächer, dichten ab, montieren Photovoltaik und Dachfenster — ein Beruf mit Höhenzulage und solidem BRTV-orientierten Tarif.
Auf einen Blick
Dachdecker verdienen in Deutschland 2026 zwischen 2.900 € und 5.500 € brutto pro Monat. Es gilt der Bundesrahmen-Tarifvertrag Dachdecker (BRT). Mit Spezialisierungen, Zulagen und Meisterbrief lassen sich deutlich höhere Verdienste erreichen.
Was verdient ein Dachdecker nach Tarif und Erfahrung?
Die Tabelle zeigt das Brutto-Monatsgehalt nach BRT Dachdecker — gestaffelt nach Ausbildung, Berufserfahrung und Spezialisierung. Aktuelle Werte 2026.
| Position / Stufe | Brutto / Monat | Brutto / Jahr | Stundenlohn |
|---|---|---|---|
| Ausbildung 1. Lehrjahr | 950 € | 11.400 € | — |
| Ausbildung 2. Lehrjahr | 1.200 € | 14.400 € | — |
| Ausbildung 3. Lehrjahr | 1.475 € | 17.700 € | — |
| Dachdecker-Helfer | ~ 2.900 € | ~ 34.800 € | 16,70 €/Std. |
| Dachdecker-Geselle (Einstieg) | 3.100 € – 3.500 € | 37.200 € – 42.000 € | 17,90 € – 20,20 €/Std. |
| Dachdecker-Geselle (3-5 Jahre) | 3.500 € – 3.900 € | 42.000 € – 46.800 € | 20,20 € – 22,50 €/Std. |
| PV-Monteur Dachintegration | 3.700 € – 4.300 € | 44.400 € – 51.600 € | — |
| Vorarbeiter Dachdecker | 3.900 € – 4.500 € | 46.800 € – 54.000 € | — |
| Dachdecker-Meister angestellt | 4.300 € – 5.500 € | 51.600 € – 66.000 € | — |
| Dachdecker-Meister mit Betrieb | 5.500 € – 12.000 €+ | 66.000 € – 144.000 €+ | — |
- Ausbildung 1. Lehrjahr: BRT Dachdecker 2026
- PV-Monteur Dachintegration: Photovoltaik-Aufdach + Indach-Systeme
Dachdecker Gehalt nach Bundesland
Das Gehalt variiert deutlich nach Region — vor allem zwischen Tarifgebiet West und Tarifgebiet Ost. Süddeutschland zahlt durchschnittlich am besten, im Osten liegen die Tariflöhne 5-10 % unter West.
| Region | Geselle | Meister | Notiz |
|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 3.200 € – 3.700 € | 4.500 € – 5.800 € | über Bundesschnitt |
| Bayern | 3.150 € – 3.650 € | 4.400 € – 5.700 € | über Bundesschnitt |
| Hessen | 3.100 € – 3.600 € | 4.300 € – 5.600 € | — |
| Nordrhein-Westfalen | 3.050 € – 3.550 € | 4.200 € – 5.500 € | Tarifregion-Schwergewicht |
| Hamburg / Bremen / Niedersachsen | 3.000 € – 3.500 € | 4.100 € – 5.400 € | — |
| Schleswig-Holstein | 2.950 € – 3.450 € | 4.050 € – 5.300 € | — |
| Rheinland-Pfalz / Saarland | 2.950 € – 3.450 € | 4.050 € – 5.300 € | — |
| Berlin | 2.900 € – 3.400 € | 4.000 € – 5.200 € | — |
| Sachsen / Sachsen-Anhalt / Thüringen | 2.700 € – 3.150 € | 3.700 € – 4.800 € | Ost-Tarif ca. 5-10 % unter West |
| Brandenburg / Mecklenburg-Vorpommern | 2.650 € – 3.100 € | 3.650 € – 4.700 € | — |
Karrierepfad: Vom Azubi bis zum Dachdecker-Meister
Klassischer Karriereweg im Handwerk mit den entsprechenden Verdienstsprüngen.
- 1
Auszubildender
Hauptschulabschluss + Schwindelfreiheit · Dauer: 3 Jahre
950 € – 1.475 €
- 2
Dachdecker-Geselle
Gesellenprüfung · Dauer: 3-7 Jahre
3.100 € – 3.900 €
- 3
PV-Spezialist (Dach)
Photovoltaik-Schulung + DGUV V3 · Dauer: ab Berufsjahr 3
3.700 € – 4.300 €
- 4
Vorarbeiter
Berufserfahrung + Führungskompetenz · Dauer: ab Berufsjahr 5
3.900 € – 4.500 €
- 5
Dachdecker-Meister
Meisterprüfung · Dauer: ab 5 Jahre Berufserfahrung
4.300 € – 5.500 €
Welche Zulagen bekommen Dachdecker zusätzlich?
Über das Grundgehalt hinaus gibt es im Handwerk diverse Zulagen, Boni und Sonderzahlungen. Diese machen oft 10-25 % des Gesamtverdienstes aus.
Höhenzulage
0,80 € – 2,50 €/Std.Ab 7m Höhe, gestaffelt — höchste Stufen ab 30m
Schmutzzulage Asbest/Sanierung
1,00 € – 3,00 €/Std.Bei Schadstoffsanierung mit PSA-Schutzausrüstung
PV-Zertifikat-Bonus
200 € – 400 €/MonatAufschlag für zertifizierte Photovoltaik-Dachintegration
Wetter-Ausfall-Lohn
70 % TagesverdienstBei witterungsbedingtem Arbeitsausfall (Sturm, Frost) nach Tarif
Auslöse Montage
24 € – 45 €/TagBei Auswärtsmontagen über 50 km
Marktlage 2026: Wie ist die Situation für Dachdecker?
Dachdecker sind durch die Energiewende stark gefragt: Photovoltaik-Boom, Wärmedämmung von Bestandsdächern und Sanierung alter Dächer treiben den Markt. ZVDH (Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks) meldet 2026 rund 12.000 unbesetzte Stellen. Wer PV-Aufdach und Indach-Systeme beherrscht, ist top gefragt. Wetter-Saisonalität bleibt: Sommerspitzen mit Überstunden, Winter teilweise Kurzarbeit nach SOKA-Dach.
Dachdecker-Jobs in den Top-Städten
Die 5 Städte mit den meisten aktuellen Stellenangeboten für Dachdecker.
- Dachdecker in Bad Dürrenberg1 Stellen
- Dachdecker in Baden-Baden1 Stellen
- Dachdecker in Hamburg1 Stellen
- Dachdecker in Mainaschaff1 Stellen
- Dachdecker in Pforzheim1 Stellen
Quellen & Aktualität
Alle Gehaltsangaben basieren auf folgenden Quellen. Tarifdaten werden quartalsweise aktualisiert.
- Bundesrahmen-Tarifvertrag Dachdecker (BRT) (2026)
- ZVDH Branchenbericht Dachdeckerhandwerk (2026)
- SOKA-Dach Sozialkasse Dachdeckerhandwerk (2026)
- Bundesagentur für Arbeit Berufenet (Code 32212) (2026)
Letzte Aktualisierung: · Autor: Mission Personal Redaktion
Häufige Fragen
Was verdient ein Dachdecker 2026?
Ein Dachdecker-Geselle verdient 2026 zwischen 3.100 € und 3.900 € brutto im Monat, was etwa 17,90 € bis 22,50 € pro Stunde entspricht. Plus Höhenzulage, Schmutzzulage und 13. Monatsgehalt. PV-Spezialisten für Dachintegration verdienen 3.700-4.300 €, Vorarbeiter bis 4.500 €, Meister 4.300-5.500 € angestellt.
Wie hoch ist die Höhenzulage im Dachdecker-Handwerk?
Die Höhenzulage greift ab 7 Metern und ist nach Höhe gestaffelt: 7-15m ca. 0,80 €/Std., 15-25m ca. 1,50 €/Std., ab 30m und in Sonderfällen (Industrieschornsteine) bis 2,50 €/Std. Bei einer 40-Stunden-Woche und durchschnittlicher Höhenarbeit kommen 120-400 € extra im Monat zusammen.
Welcher Tarif gilt für Dachdecker?
Im Dachdecker-Handwerk gilt der bundeseinheitliche Bundesrahmen-Tarifvertrag Dachdecker (BRT) zwischen ZVDH und IG BAU. Er regelt Lohngruppen, 13. Monatsgehalt, Urlaubsgeld und Wetter-Ausfall-Lohn. Anders als das Bauhauptgewerbe haben Dachdecker einen eigenen Tarif — die SOKA-Dach (Sozialkasse Dachdeckerhandwerk) übernimmt soziale Leistungen.
Lohnt sich die Photovoltaik-Spezialisierung für Dachdecker?
Ja, sehr. PV-Spezialisten mit Zertifikat verdienen 200-400 € mehr pro Monat. Der Markt boomt durch die staatliche PV-Förderung und private Nachfrage nach Eigenstrom. Wer Photovoltaik mit Dachdämmung und Schiefer-/Ziegelarbeit kombiniert, ist quasi unverzichtbar. Spezialisierung dauert 6-12 Monate berufsbegleitend.
Was verdient ein Dachdecker-Meister?
Im Angestelltenverhältnis verdient ein Dachdecker-Meister 4.300-5.500 € brutto im Monat als Bauleiter oder Werkstattleiter. Selbstständig sind 5.500-12.000 € und mehr realistisch — abhängig von Betriebsgröße und Auftragslage. Die Nachfrage nach Dachdecker-Meistern ist 2026 historisch hoch, viele Betriebe suchen Nachfolger.
Wie funktioniert SOKA-Dach?
SOKA-Dach ist die Sozialkasse des Dachdeckerhandwerks — analog zur SOKA-Bau im Bauhauptgewerbe. Sie reguliert 30 Tage Urlaub, 13. Monatsgehalt, Wetter-Ausfall-Lohn und Berufsausbildung. Arbeitgeber zahlen ca. 18 % der Bruttolohnsumme an SOKA-Dach. Vorteil: voller Urlaubsanspruch auch bei Wechsel zwischen Dachdecker-Betrieben.
Was bekommt ein Dachdecker-Auszubildender?
Ein Dachdecker-Auszubildender verdient im 1. Lehrjahr 950 €, im 2. Lehrjahr 1.200 € und im 3. Lehrjahr 1.475 € brutto im Monat — eine der höchsten Ausbildungsvergütungen im Handwerk. Die Ausbildung dauert 3 Jahre und ist körperlich anspruchsvoll, dafür werden in der Branche händeringend Lehrlinge gesucht.
Welche körperlichen Voraussetzungen braucht man als Dachdecker?
Schwindelfreiheit und gute körperliche Fitness sind Pflicht. Höhenangst ist ein KO-Kriterium. Die G41-Untersuchung (Arbeitsmedizin für Höhenarbeit) ist Voraussetzung für den Einstieg. Wegen körperlicher Belastung steigen viele Dachdecker mit 50+ in Vorarbeiter- oder Meister-Rollen mit weniger körperlicher Arbeit auf.


