
Das Azubi-Gehalt im Handwerk variiert stark nach Gewerk und Region — hier alle Ausbildungsvergütungen für 2026 im direkten Vergleich.
Auf einen Blick
Azubi im Handwerk verdienen in Deutschland 2026 zwischen 650 € und 1.495 € brutto pro Monat. Es gilt der Diverse Branchen-Tarife für Ausbildungsvergütung. Mit Spezialisierungen, Zulagen und Meisterbrief lassen sich deutlich höhere Verdienste erreichen.
Was verdient ein Azubi im Handwerk nach Tarif und Erfahrung?
Die Tabelle zeigt das Brutto-Monatsgehalt nach Tarif Handwerk — gestaffelt nach Ausbildung, Berufserfahrung und Spezialisierung. Aktuelle Werte 2026.
| Position / Stufe | Brutto / Monat | Brutto / Jahr | Stundenlohn |
|---|---|---|---|
| 1. Lehrjahr — Bauhauptgewerbe (Maurer, Beton) | 950 € | 11.400 € | — |
| 1. Lehrjahr — Dachdecker | 950 € | 11.400 € | — |
| 1. Lehrjahr — GaLaBau | 880 € | 10.560 € | — |
| 1. Lehrjahr — Metallbauer | 850 € | 10.200 € | — |
| 1. Lehrjahr — Anlagenmechaniker SHK | 830 € | 9.960 € | — |
| 1. Lehrjahr — KFZ-Mechatroniker | 770 € | 9.240 € | — |
| 1. Lehrjahr — Maler und Lackierer | 750 € | 9.000 € | — |
| 1. Lehrjahr — Elektroniker | 750 € | 9.000 € | — |
| 1. Lehrjahr — Tischler | 740 € | 8.880 € | — |
| 1. Lehrjahr — Bäcker | 650 € | 7.800 € | — |
- 1. Lehrjahr — Bauhauptgewerbe (Maurer, Beton): BRTV-West, höchste Ausbildungsvergütung
- 1. Lehrjahr — Dachdecker: BRT Dachdecker
- 1. Lehrjahr — GaLaBau: RTV GaLaBau-West
- 1. Lehrjahr — Bäcker: niedrigste Vergütung im Handwerk
Azubi im Handwerk Gehalt nach Bundesland
Das Gehalt variiert deutlich nach Region — vor allem zwischen Tarifgebiet West und Tarifgebiet Ost. Süddeutschland zahlt durchschnittlich am besten, im Osten liegen die Tariflöhne 5-10 % unter West.
| Region | Geselle | Meister | Notiz |
|---|---|---|---|
| Westdeutschland (Tarif West) | 650 € – 950 € | — | Standard Ausbildungsvergütung |
| Ostdeutschland (Tarif Ost) | ca. 5-10 % unter West | — | BRTV-Ost und Branchen-Ost-Tarife |
| Bayern / Baden-Württemberg | oft 50-150 € über Tarif | — | Hohe Lebenshaltungskosten |
Karrierepfad: Vom Azubi bis zum Azubi im Handwerk-Meister
Klassischer Karriereweg im Handwerk mit den entsprechenden Verdienstsprüngen.
- 1
1. Lehrjahr
Mind. Hauptschulabschluss · Dauer: 12 Monate
650 € – 950 €
- 2
2. Lehrjahr
Erfolgreicher Übergang · Dauer: 12 Monate
770 € – 1.235 €
- 3
3. Lehrjahr
Zwischenprüfung bestanden · Dauer: 12 Monate
880 € – 1.495 €
- 4
4. Lehrjahr (nur einige Berufe)
Verlängerte Ausbildung · Dauer: 6 Monate
910 € – 1.190 €
- 5
Geselle nach bestandener Prüfung
Gesellenprüfung · Dauer: —
2.500 € – 3.900 €
Welche Zulagen bekommen Auszubildende im Handwerk zusätzlich?
Über das Grundgehalt hinaus gibt es im Handwerk diverse Zulagen, Boni und Sonderzahlungen. Diese machen oft 10-25 % des Gesamtverdienstes aus.
Mehrarbeit Auszubildende
25 % auf StundenlohnBei Überstunden über die wöchentliche Sollarbeitszeit
Fahrgeld zur Berufsschule
Erstattung Bahn/ÖPNVPflicht des Ausbildungsbetriebs
Übernachtungsgeld Blockschule
Pauschal nach TarifBei auswärtigem Blockunterricht in der Berufsschule
Bonus über Tarif
50 € – 200 €/MonatBayern/BW häufig, in Branchen mit Fachkräftemangel teilweise standardmäßig
Marktlage 2026: Wie ist die Situation für Auszubildende im Handwerk?
Das Azubi-Gehalt im Handwerk ist 2026 stark gestiegen — gegenüber 2020 um 25-35 %. Hintergrund ist der massive Fachkräftemangel: Bauhandwerk, SHK, Elektro und Dachdecker haben so wenig Bewerber, dass viele Betriebe deutlich über Tarif zahlen und Wechselprämien oder Übernahmegarantien anbieten. Trotzdem bleiben einige Berufe (Bäcker, Maler) im unteren Bereich.
Quellen & Aktualität
Alle Gehaltsangaben basieren auf folgenden Quellen. Tarifdaten werden quartalsweise aktualisiert.
- BRTV Bauhauptgewerbe Ausbildungsvergütung (2026)
- ZDH-Datenbank Ausbildungsvergütungen Handwerk (2026)
- BIBB Bundesinstitut für Berufsbildung (2026)
- Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) Bundesagentur für Arbeit (2026)
Letzte Aktualisierung: · Autor: Mission Personal Redaktion
Häufige Fragen
Was verdient ein Azubi im Handwerk 2026?
Das Azubi-Gehalt im Handwerk schwankt 2026 zwischen 650 € (Bäcker 1. Lehrjahr) und 1.495 € (Maurer 3. Lehrjahr). Die höchsten Ausbildungsvergütungen zahlen Bauhauptgewerbe und Dachdecker (BRTV-West: 950 €/1.235 €/1.495 €), die niedrigsten Bäcker und Maler/Lackierer (650-750 € im 1. Lehrjahr).
Welche Handwerksberufe zahlen die höchste Ausbildungsvergütung?
Top 3 nach Azubi-Gehalt 2026: 1) Bauhauptgewerbe (Maurer/Beton): 950 € → 1.235 € → 1.495 €, 2) Dachdecker: 950 € → 1.200 € → 1.475 €, 3) Garten- und Landschaftsbau: 880 € → 1.000 € → 1.130 €. Diese Berufe folgen dem BRTV bzw. eigenen Branchentarifen mit hohen Ausbildungsvergütungen.
Welches Handwerk zahlt das niedrigste Azubi-Gehalt?
Klassisch niedrig sind Bäcker (650 € → 770 € → 900 €) und Maler/Lackierer (750 € → 900 € → 1.150 €). Tischler und Elektroniker liegen mit 740-1.000 € im unteren Mittelfeld. Allerdings zahlen viele Bäckereien und Großbetriebe Aufschläge — gerade wegen Fachkräftemangel werden 100-200 € über Tarif inzwischen häufig angeboten.
Bekomme ich als Azubi auch Urlaubsgeld und 13. Monatsgehalt?
In tarifgebundenen Betrieben: Ja. Im Bauhauptgewerbe regeln SOKA-Bau Urlaubsanspruch (30 Tage) und 13. Monatsgehalt. Im SHK- und Elektrohandwerk gibt es regional Sonderzahlungen. In nicht-tarifgebundenen Betrieben verhandelbar — viele zahlen Weihnachtsgeld als Bindungsinstrument. Frage explizit im Bewerbungsgespräch nach.
Wie lange dauert eine Handwerksausbildung?
Die meisten Handwerksausbildungen dauern 3 Jahre (Tischler, Maler, Bäcker, GaLaBau, Maurer). Längere Ausbildungen mit 3,5 Jahren: Anlagenmechaniker SHK, Elektroniker, KFZ-Mechatroniker, Metallbauer. Mit Abitur ist oft eine Verkürzung um 6-12 Monate möglich. Mit dualem Studium parallel sogar Bachelor-Abschluss.
Was verdient man als Geselle nach der Ausbildung?
Nach bestandener Gesellenprüfung steigt das Gehalt sofort auf 2.500 € (Bäcker, Tischler) bis 3.900 € (Maurer LG 4 nach BRTV, Anlagenmechaniker SHK mit Spezialisierung). Wer in einem Mangel-Gewerk wie SHK oder Elektrohandwerk arbeitet, kann direkt nach Ausbildung 3.200-3.500 € erwarten — oft mit Wechselprämien von 2.000-5.000 €.
Kann ich als Azubi schon Überstunden machen?
Ab 18 Jahren ja, mit Begrenzung auf 10 Stunden pro Woche und Zuschlag von 25 %. Unter 18 Jahren (Jugendliche) gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz mit strenger Begrenzung auf 8 Stunden/Tag, 40 Stunden/Woche. Berufsschulzeit zählt zur Arbeitszeit. Mehrarbeit darf die Ausbildung nicht beeinträchtigen.
Welche Förderungen gibt es für Handwerks-Azubis?
Mehrere: 1) Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) der Bundesagentur für Arbeit bei eigener Wohnung (300-500 €/Monat), 2) Wohngeld bei niedrigem Einkommen, 3) ÖPNV-Vergünstigungen (Auszubildendentickets), 4) Stiftungsstipendien für Handwerks-Azubis (z.B. SBB-Stiftung), 5) Auslandsaufenthalt durch Erasmus+ für Auszubildende mit Förderung.


