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Umschulung ins Handwerk: Förderung, Dauer und beste Berufe

Kurzantwort

Eine Umschulung ins Handwerk dauert 12-24 Monate (verkürzte Ausbildung) und wird über die Arbeitsagentur mit Bildungsgutschein voll finanziert. Arbeitslosengeld läuft während der Umschulung weiter, Lehrgangs- und Prüfungsgebühren übernimmt die Agentur. Beliebteste Umschulungsberufe 2026: Anlagenmechaniker SHK, Elektroniker, KFZ-Mechatroniker, Tischler — alle mit hohem Bedarf und guten Übernahmechancen.

Was ist eine Umschulung im Handwerk?

Eine Umschulung ist eine zweite, verkürzte Berufsausbildung — meist als Reaktion auf Arbeitslosigkeit, gesundheitliche Probleme im bisherigen Beruf oder berufliche Neuorientierung. Im Handwerk dauert sie 12-24 Monate (statt 3-3,5 Jahre regulär) und endet mit einer offiziellen Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer. Geregelt ist die Umschulung in §58 BBiG (Berufsbildungsgesetz). Sie ist eine vollwertige Qualifikation — der Gesellenbrief sieht identisch aus wie nach regulärer Ausbildung.

Wer hat Anspruch auf Förderung?

Hauptzielgruppe sind Personen, die nicht mehr im erlernten Beruf arbeiten können oder wollen — etwa nach Arbeitslosigkeit, gesundheitlichen Einschränkungen oder dem Wunsch nach beruflicher Veränderung. Voraussetzung ist ein persönliches Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit, das in einen Bildungsgutschein mündet. Das Beratungsgespräch dient der Klärung: Welche Berufe haben Zukunftsperspektive? Welche Umschulung passt zum bisherigen Werdegang? Wo gibt es regional Bildungsträger?

  • Arbeitslose mit Anspruch auf ALG I oder ALG II
  • Beschäftigte in von Strukturwandel betroffenen Branchen (Automotive, Kohle, Fossile Energien)
  • Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen im aktuellen Beruf
  • Berufsrückkehrer nach längerer Erwerbspause (Elternzeit, Pflege)
  • Geflüchtete mit anerkanntem Aufenthaltsstatus

Welche Handwerksberufe sind ideal für Umschulung?

Die Arbeitsagentur fördert vor allem Berufe mit hohem Fachkräftemangel und guten Vermittlungschancen. Top-Umschulungsberufe 2026 sind klassische Mangelberufe — vor allem in Wachstumsbranchen wie Energiewende, E-Mobility und Bau-Sanierung. Wichtig: Eine Umschulung muss als 'sinnvoll' und 'beruflich integrierend' anerkannt werden — das ist bei diesen Berufen praktisch automatisch der Fall.

BerufDauer UmschulungVermittlungsquoteEinstiegsgehalt nach Abschluss
Anlagenmechaniker SHK21-24 Monate98 %2.900-3.300 €
Elektroniker21-24 Monate97 %2.800-3.200 €
KFZ-Mechatroniker21-24 Monate92 %3.100-3.400 €
Dachdecker18-21 Monate96 %3.100-3.500 €
Tischler21-24 Monate85 %2.500-2.900 €
Maurer / Beton18-21 Monate94 %Lohngruppe 4 BRTV (~ 3.780 €)
Metallbauer21-24 Monate90 %2.900-3.300 €
Garten- und Landschaftsbau18-21 Monate93 %2.700-3.100 €

Wie läuft die Umschulung praktisch ab?

Eine Umschulung im Handwerk besteht aus drei Teilen: 1) Theoretischer Unterricht beim Bildungsträger (40-50 % der Zeit), 2) Praktische Ausbildung im Betrieb (40-50 %), 3) Prüfungsvorbereitung (10 %). Bildungsträger sind meist die Handwerkskammern selbst, Berufsfortbildungswerke (BFW), bfw – Unternehmen für Bildung und private Akademien wie Severing oder Vahle. Während der Umschulung wird ALG I weiterhin gezahlt (kein Lehrgeld), zusätzlich gibt es Übernachtungsgeld und Fahrtkostenerstattung bei auswärtigem Träger. Die Praxisphasen im Betrieb sind oft der Türöffner zur späteren Übernahme.

Was passiert nach der Umschulung?

Nach erfolgreich bestandener Gesellenprüfung steht der Berufseinstieg als Geselle bevor — meist beim Praxisbetrieb der Umschulung. In Mangel-Gewerken (SHK, Elektro, Dachdecker) ist die Vermittlungsquote bei 95-98 %. Wechselprämien für umgeschulte Gesellen liegen bei 2.000-5.000 €. Das Anfangsgehalt entspricht dem regulären Geselle-Niveau — also 2.500-3.900 € brutto je nach Gewerk. Aufstiegspfade sind identisch zu klassisch Ausgebildeten: Spezialisierung (Wärmepumpe, PV, HV-Schein) → Vorarbeiter → Meister → Selbstständigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert eine Umschulung im Handwerk?
Eine Umschulung im Handwerk dauert 12-24 Monate, je nach Beruf und Vorqualifikation. Im Vergleich zur regulären Ausbildung (3-3,5 Jahre) ist sie deutlich kürzer, da Erwachsene schneller lernen und mehr Lebenserfahrung mitbringen. SHK, Elektroniker und KFZ-Mechatroniker: 21-24 Monate. Dachdecker und Maurer: 18-21 Monate.
Wer bezahlt die Umschulung?
Bei Förderung durch die Arbeitsagentur trägt diese alle Kosten: Lehrgangsgebühren beim Bildungsträger, Prüfungsgebühren, Lehrmaterialien, Übernachtungsgeld bei auswärtigem Träger und Fahrtkostenerstattung. Zusätzlich läuft das Arbeitslosengeld weiter — es gibt kein zusätzliches Ausbildungsgehalt. Bei Selbstfinanzierung kostet eine Umschulung 8.000-15.000 € (Lehrgang + Material).
Wie hoch ist das Arbeitslosengeld während der Umschulung?
Das Arbeitslosengeld I läuft während der Umschulung in voller Höhe weiter — also 60 % des letzten Nettoverdienstes (67 % mit Kind). Zusätzlich kommen Übernachtungsgeld (24 €/Tag bei auswärtigem Träger), Lernmittelzuschuss und Fahrtkosten. Wer kein ALG I bekommt, kann ALG II (Bürgergeld) beantragen — auch dort wird die Umschulung gefördert.
Welche Berufe haben die besten Umschulungschancen?
Top 5 nach Vermittlungschancen 2026: 1) Anlagenmechaniker SHK (98 %), 2) Elektroniker (97 %), 3) Dachdecker (96 %), 4) Maurer (94 %), 5) Garten- und Landschaftsbau (93 %). Diese Berufe profitieren vom Fachkräftemangel und der Energiewende. KFZ-Mechatroniker und Tischler sind etwas niedriger (92 % bzw. 85 %), aber immer noch sehr gut.
Bekomme ich einen vollwertigen Gesellenbrief nach der Umschulung?
Ja, der Gesellenbrief nach einer Umschulung ist identisch mit dem nach regulärer Ausbildung. Er wird von der Handwerkskammer ausgestellt und enthält keinen Hinweis auf die Form der Ausbildung. Damit ist der Karriereweg zum Meister, Polier oder Betriebsleiter genauso offen wie für klassisch Ausgebildete. Auch die Lohngruppen-Einstufung erfolgt identisch.
Ab welchem Alter macht eine Umschulung Sinn?
Praktisch ohne Altersgrenze. Die meisten Umschüler sind 30-45 Jahre alt — typisch nach Arbeitsplatzverlust, Branchen-Strukturwandel oder beruflicher Neuorientierung. Auch über 50 sind Umschulungen möglich, sofern Vermittlungschancen bestehen. Bei körperlich anspruchsvollen Berufen (Dachdecker, Maurer) wird das Alter aber von der Arbeitsagentur berücksichtigt.
Kann ich nach der Umschulung Meister werden?
Ja, der Weg zum Meister ist identisch zu regulär Ausgebildeten. Nach Gesellenprüfung und 2-3 Jahren Berufserfahrung ist die Meisterprüfung möglich. Aufstiegs-BAföG fördert dann die Meisterausbildung mit bis zu 15.000 €. Viele Umschüler erreichen innerhalb von 5-7 Jahren nach der Umschulung den Meisterbrief — und damit den Sprung in die Selbstständigkeit.

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Quellen & Aktualität

Alle Angaben basieren auf den folgenden offiziellen Quellen. Wir aktualisieren die Inhalte regelmäßig.

  • ·SGB III §81 Förderung beruflicher Weiterbildung (2026)
  • ·BBiG §58 Umschulung Berufsbildungsgesetz (2026)
  • ·Bundesagentur für Arbeit Bildungsgutschein (2026)
  • ·ZDH Statistik Umschulungserfolg Handwerk (2026)

Letzte Aktualisierung: · Autor: Mission Personal Redaktion

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