Du willst wissen, was dir als Elektriker oder Elektroniker laut Elektriker Tarifvertrag im Jahr 2026 zusteht? Dann bist du hier genau richtig. In diesem Artikel erfährst du alles über Lohngruppen, Gehaltstabellen, tarifliche Zulagen und die Unterschiede zwischen Gesellen, Meistern und Bauleitern im Elektrohandwerk.
- Was ist der Elektriker Tarifvertrag?
- Lohngruppen & Gehaltstabelle 2026
- Zulagen und Zusatzleistungen im Elektrohandwerk
- Meister und Bauleiter: Was bringt der Aufstieg?
- Tarifgebunden oder außertariflich – was trifft auf dich zu?
- Quellen und Stand
- Häufig gestellte Fragen
- Fazit
Was ist der Elektriker Tarifvertrag?
Der Elektriker Tarifvertrag ist das zentrale Regelwerk für Löhne, Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen im Elektrohandwerk in Deutschland. Er wird zwischen dem Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) und der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) bzw. der IG Metall – je nach Bundesland und Betriebszugehörigkeit – ausgehandelt.
Der Tarifvertrag für das Elektrohandwerk legt Mindestlöhne je Lohngruppe, Wochenarbeitszeiten, Urlaubsansprüche, Überstundenzuschläge und Sonderzahlungen verbindlich fest. Betriebe, die Mitglied im Arbeitgeberverband des Elektrohandwerks sind, sind daran gebunden. Für alle anderen gilt zumindest der allgemeinverbindlich erklärte Mindestlohn im Elektrohandwerk als Untergrenze.
Wichtig für dich als Geselle, Meister oder Azubi: Der Tarifvertrag gilt in der Regel für das gesamte Bundesgebiet, enthält aber regionale Lohntabellen, die je nach Bundesland unterschiedlich hoch ausfallen können. Gerade in Regionen wie Hamburg, München oder Frankfurt am Main liegen die Effektivlöhne häufig über den Tarifsätzen.
Welche Berufsbilder fallen unter den Tarifvertrag?
Grundsätzlich fallen alle gewerblichen Mitarbeiter im Elektrohandwerk darunter: Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, Elektroniker für Betriebstechnik, Elektroanlagenmonteure sowie Auszubildende in Elektroberufen. Auch Teamleiter Instandhaltung, Bauleiter Elektro oder Elektroniker im Versorgungsbau können tarifvertraglich eingruppiert sein – je nachdem, ob ihr Betrieb tarifgebunden ist.
Lohngruppen & Gehaltstabelle 2026
Im Elektrohandwerk gibt es klar definierte Lohngruppen, nach denen dein Stundenlohn berechnet wird. Die folgende Tabelle zeigt die typischen Lohngruppen im Elektrohandwerk und die zugehörigen Bruttostundenlöhne auf Basis der aktuellen Tarifverhandlungsstände für 2026. Diese Werte basieren auf allgemeinverbindlichen und regional verhandelten Tariftabellen (Quelle: ZVEH / IG BAU, siehe Abschnitt Quellen).
| Lohngruppe | Beschreibung | Bruttostundenlohn (ca.) | Bruttomonatsgehalt (ca., 38 Std./Woche) |
|---|---|---|---|
| Lohngruppe 1 | Ungelernte Hilfstätigkeiten | ab 14,50 € | ab 2.380 € |
| Lohngruppe 2 | Angelernte Tätigkeiten | ab 16,00 € | ab 2.620 € |
| Lohngruppe 3 | Facharbeiter (Geselle ohne Berufserfahrung) | ab 18,50 € | ab 3.030 € |
| Lohngruppe 4 | Erfahrener Geselle / Fachkraft | ab 20,50 € | ab 3.360 € |
| Lohngruppe 5 | Spezialisierter Facharbeiter / Vorarbeiter | ab 22,50 € | ab 3.690 € |
| Lohngruppe 6 | Elektromeister / Bauleiter | ab 26,00 € | ab 4.260 € |
Hinweis: Diese Werte sind Richtwerte auf Basis allgemeinverbindlicher Tarifsätze und typischer Effektivlöhne 2026. Regionale Abweichungen sind möglich. Für verbindliche Zahlen konsultiere deinen Betrieb oder die zuständige Handwerkskammer.
Regionale Unterschiede beim Elektriker-Lohn
In Ballungsräumen wie München, Hamburg, Frankfurt am Main oder Stuttgart zahlen viele Betriebe deutlich über Tarif. Das liegt am hohen Fachkräftemangel: Elektriker und Elektroniker sind überall gefragt, die Bewerberlage ist dünn. In ländlichen Regionen dagegen orientieren sich Arbeitgeber häufiger genau am Tarifsatz. Wenn du also weißt, dass dein Betrieb tarifgebunden ist, ist die Tabelle deine Verhandlungsgrundlage – nach unten geht nichts.

Zulagen und Zusatzleistungen im Elektrohandwerk
Neben dem Grundlohn sieht der Elektriker Tarifvertrag eine Reihe von Zulagen und Sonderleistungen vor, die deinen Gesamtverdienst spürbar erhöhen können. Diese Leistungen sind kein Nice-to-have, sondern vertraglich verankert – du hast einen Anspruch darauf.
Welche Zulagen stehen mir als Elektriker zu?
- Überstundenzuschlag: In der Regel 25 % auf den Stundenlohn ab der ersten Überstunde; an Sonn- und Feiertagen bis zu 100 %.
- Schmutzzulage / Erschwerniszulage: Für Arbeiten unter besonders belastenden Bedingungen (z. B. in engen Schächten, bei extremer Hitze oder Kälte).
- Montagezulage: Wer auf wechselnden Baustellen oder Montageeinsätzen fernab des Wohnorts arbeitet, erhält eine tarifliche Montagezulage sowie Auslösung.
- Auslösegeld / Verpflegungspauschale: Bei Baustellen außerhalb des Betriebssitzes erhältst du eine tägliche Pauschale für Unterkunft und Verpflegung.
- Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld: Je nach Tarifvertrag und Bundesland wird ein 13. Monatsgehalt oder ein prozentualer Bonus auf das Jahresgehalt gewährt.
- Vermögenswirksame Leistungen (VWL): Viele Tarifverträge im Elektrohandwerk sehen einen Arbeitgeberzuschuss zu VWL vor.
- Urlaubsanspruch: Mindestens 30 Werktage (= 25 Arbeitstage) pro Jahr – tarifvertraglich gesichert.
Gerade die Kombinationsmöglichkeit aus Grundlohn, Montagezulage und Auslösung macht den Elektriker-Job auf dem Bau zu einer finanziell attraktiven Option – auch im Vergleich zu reinen Bürojobs in der Industrie. Mehr dazu, wie sich Handwerkergehälter zusammensetzen, erfährst du auch in unserem Artikel zum Mindestlohn Bau & Handwerk 2026.
Meister und Bauleiter: Was bringt der Aufstieg?
Mit dem Elektromeister- oder Bauleiter-Titel verdienst du im Schnitt 20–40 % mehr als ein frischer Geselle. Der Aufstieg lohnt sich also finanziell – aber auch wegen der Verantwortung, die du übernimmst.
Elektromeister-Gehalt 2026 im Überblick
Ein Elektromeister oder Bauleiter Elektrotechnik kann je nach Bundesland, Betriebsgröße und Spezialisierung zwischen 3.800 € und 6.000 € brutto pro Monat verdienen. Wer sich zusätzlich auf erneuerbare Energien – also Photovoltaik, Wärmepumpen oder Ladeinfrastruktur – spezialisiert, ist derzeit besonders gefragt und erzielt entsprechend höhere Gehälter. Auf meistertreff.de findest du regelmäßig Stellen wie "Elektriker / Elektromeister als zukünftiger Betriebsleiter für erneuerbare Energien" – solche Positionen liegen oft deutlich über dem Tarifniveau.
Relevante Karrieremöglichkeiten im Bereich Photovoltaik und Elektrotechnik zeigt dir auch unser Artikel zu Photovoltaik Meister Jobs 2026.
Checkliste: So bereitest du deine Lohnverhandlung vor
- Tarifvertrag kennen: Hol dir den aktuellen Tariftarifvertrag deines Bundeslandes und überprüfe deine Lohngruppe. Die zuständige Handwerkskammer oder IG BAU hilft dir dabei.
- Lohngruppe prüfen: Vergleiche deine tatsächliche Tätigkeit mit der Beschreibung der Lohngruppen – bist du korrekt eingruppiert?
- Zulagen auflisten: Schreib alle Zulagen auf, die dir zustehen (Überstunden, Erschwernisse, Montage), und prüfe deine Lohnabrechnung.
- Marktvergleich ziehen: Schau auf Jobportalen wie meistertreff.de, was vergleichbare Stellen in deiner Region zahlen.
- Leistungen dokumentieren: Halte Projekte, Qualifikationen und Weiterbildungen fest – das ist deine Verhandlungsmasse.
- Gespräch anfordern: Beantrage aktiv ein Gehaltsgespräch – wer nicht fragt, bekommt nichts. Ein guter Zeitpunkt ist nach erfolgreich abgeschlossenen Projekten oder nach einer Weiterbildung.

Tarifgebunden oder außertariflich – was trifft auf dich zu?
Nicht jeder Elektriker-Betrieb in Deutschland ist tarifgebunden. Ob der Tarifvertrag für dich gilt, hängt davon ab, ob dein Arbeitgeber Mitglied im entsprechenden Arbeitgeberverband ist oder ob eine Allgemeinverbindlicherklärung vorliegt.
Was bedeutet Allgemeinverbindlichkeit?
Wenn ein Tarifvertrag für allgemeinverbindlich erklärt wurde, gilt er für alle Betriebe der Branche – unabhängig von der Verbandsmitgliedschaft. Im Elektrohandwerk gibt es einen solchen allgemeinverbindlichen Mindestlohn, der als absolute Untergrenze fungiert. Für 2026 liegt dieser Elektrohandwerk-Mindestlohn deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn – er beträgt für Facharbeiter mindestens rund 14,50 € pro Stunde (Quelle: ZVEH / Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Stand 2026).
Für Betriebe ohne Tarifbindung besteht keine Pflicht, alle Tarifleistungen zu zahlen – aber der Wettbewerb um Fachkräfte zwingt viele dazu. Wer als Elektriker heute einen neuen Job sucht, kann auf meistertreff.de/jobs direkt vergleichen, was verschiedene Betriebe bieten. Die Stellenangebote für Elektriker, Elektroniker und Elektromeister zeigen dir transparent, welche Konditionen am Markt üblich sind.
Was tun, wenn dein Arbeitgeber zu wenig zahlt?
Wenn du den Verdacht hast, unter dem tariflichen Mindestlohn bezahlt zu werden, hast du mehrere Optionen: Erstens kannst du bei der zuständigen Handwerkskammer oder der Beratungsstelle der IG BAU nachfragen. Zweitens hast du das Recht auf Einsicht in den Tarifvertrag. Drittens kannst du Ansprüche notfalls auch rückwirkend geltend machen – die Verjährungsfrist beträgt in der Regel drei Jahre. Lass dich im Zweifelsfall von einer Gewerkschaft oder einem Fachanwalt für Arbeitsrecht beraten – das ist keine individuelle Rechtsberatung, sondern ein Hinweis auf bestehende Möglichkeiten.
Auch unser Artikel zur Karriere in nachhaltigen Handwerksberufen 2026 zeigt, wie der Strukturwandel durch die Energiewende die Lohnentwicklung im Elektrohandwerk beeinflusst.
Quellen und Stand
Die in diesem Artikel genannten Tarifsätze, Lohngruppen und rechtlichen Rahmenbedingungen basieren auf folgenden Primärquellen. Alle Angaben beziehen sich auf den Datenstand Anfang 2026:
- ZVEH – Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke: Tarifverträge und Lohntabellen für das Elektrohandwerk. www.zveh.de
- Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) – Allgemeinverbindliche Tarifverträge: Verzeichnis der für allgemeinverbindlich erklärten Tarifverträge. www.bmas.de
- IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU): Gewerkschaftliche Tarifberatung und Lohntarifverträge für das Bauhandwerk und elektrotechnische Berufe. www.igbau.de
- Statistisches Bundesamt (Destatis): Verdienste und Arbeitskosten im Handwerk, Berichtsstand 2025/2026. www.destatis.de
Hinweis: Tarifsätze werden regelmäßig neu verhandelt. Prüfe aktuelle Werte direkt beim ZVEH oder deiner zuständigen Handwerkskammer.
Häufig gestellte Fragen
Was verdient ein Elektriker-Geselle laut Tarifvertrag 2026?
Ein frisch ausgelernte Elektriker-Geselle (Lohngruppe 3) verdient laut Tarifvertrag 2026 rund 18,50 € bis 20,50 € brutto pro Stunde, was einem Bruttomonatsgehalt von ca. 3.030 € bis 3.360 € entspricht (bei 38 Std./Woche). Mit steigender Berufserfahrung und Spezialisierung steigt die Eingruppierung entsprechend.
Ist der Elektriker Tarifvertrag allgemeinverbindlich?
Für das Elektrohandwerk gibt es einen allgemeinverbindlich erklärten Mindestlohn, der für alle Betriebe der Branche gilt – unabhängig von einer Verbandsmitgliedschaft. Die vollständigen Tarifbedingungen (Zulagen, Urlaubsgeld etc.) gelten hingegen nur für tarifgebundene Betriebe. Informationen dazu findest du beim BMAS und beim ZVEH.
Was verdient ein Elektromeister mehr als ein Geselle?
Ein Elektromeister verdient im Schnitt 20–40 % mehr als ein erfahrener Geselle. Je nach Bundesland und Betrieb sind Monatsgehälter zwischen 3.800 € und 6.000 € brutto realistisch – besonders wenn Führungsverantwortung als Bauleiter oder Betriebsleiter hinzukommt.
Welche Zulagen stehen Elektrikern auf Montage zu?
Elektriker auf Baustellen oder Montageeinsätzen haben tariflichen Anspruch auf eine Montagezulage, Auslösegeld und eine Verpflegungspauschale. Hinzu kommen Überstundenzuschläge sowie ggf. Erschwernis- und Schmutzzulagen. Die genauen Sätze regelt der jeweilige regionale Tarifvertrag.
Wo finde ich aktuelle Elektriker-Stellen mit Gehaltsangabe?
Auf meistertreff.de/jobs findest du aktuelle Stellenangebote für Elektriker, Elektroniker, Elektromeister und Bauleiter – viele davon mit transparenten Gehaltsangaben direkt in der Ausschreibung.
Fazit
Der Elektriker Tarifvertrag ist dein wichtigstes Werkzeug, wenn es um faire Bezahlung geht – genauso wie dein Messgerät auf der Baustelle. Wenn du weißt, in welcher Lohngruppe du eingruppiert bist, welche Zulagen dir zustehen und wie du dich bei Bedarf wehren kannst, bist du klar im Vorteil. 2026 sind Elektriker und Elektroniker so gefragt wie selten zuvor – der Markt gibt dir eine starke Verhandlungsposition. Nutze sie.
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